Gestern wurde auf der deutschen Regierungsebene eine Einigung im Digitalpakt erreicht. Milliarden von Euros sollen nun ab 2019 vom Bund an die Länder fließen, damit endlich neue, elektronische Geräte für die Schulen angeschafft werden können. Dazu muss sogar das Grundgesetz angepasst werden, damit der Bund überhaupt in die Bildungspolitik eingreifen kann.

Der haarsträubende Plan dahinter ist:
Wenn man einfach mehr Geräte und Infrastruktur in den Schulunterricht bringt, dann wird Deutschland endlich den Rückstand bei der Digitalisierung aufholen. Immerhin hatten die Grünen und die FDP noch den Einfall, das man ggf. noch in die Lehrer investieren soll, damit sich jenseits der Schüler auch noch jemand damit auskennt.
Selbst die PISA- Studie zur digitalen Bildung aus 2015 weist darauf hin, das einfach mehr Technik in den Klassenräumen keinen positiven Effekt hat.

Meiner Meinung nach liegen die Herausforderungen in der kommenden Digitalisierung ganz woanders.

Dadurch, dass in den nächsten Jahrzehnten die Arbeitswelt radikal umgestaltet wird, ergeben sich enorme gesellschaftliche Herausforderungen. So werden beispielsweise konfliktfreie Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten darüber entscheiden, wie effektiv sich jeder Einzelne in die neuen, digitale Wirklichkeit einbringen wird.
Aber das sind alles Fähigkeiten jenseits der technischen Ebene.

Und das ist der Grund, warum einfach nur mehr Geld für eine technische Ausstattung keine Erfolge haben wird.

Zum Glück gibt es alternative Schulformen wie z.B. die Waldorfschulen, wo der Fokus auf der Ausbildung zu einem sozial kompetenten Menschen liegt. Und die dort erworbenen Fähigkeiten werden dann einen sinnvollen Umgang mit der zukünftigen, digitalen Gesellschaft ermöglichen – und nicht die elektronischen Geräte im Klassenraum.


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