Gilt die DSGVO auch für handschriftliche Daten?

Im Zuge der bevorstehenden Datenschutzgrundverordnung wird auch das Thema der nicht elektronische Daten wieder aktuell. Kann ich mich den Regelungen entziehen, wenn ich meine Kundendaten z. B. handschriftlich auf Karteikarten notiere?

Nein! Es geht beim Datenschutz nicht nur um die elektronische Verarbeitung von personenbezogenen Daten.

Die DSGVO bezieht jede automatisierte Verarbeitung und jede nicht automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten bei Speicherung oder geplanten Speicherung in einem Dateisystem mit ein. (Artikel 1 Abs.2 DSGVO)

Bei handschriftlichen Karteikarten mit Adressen liegt sicher keine automatisierte Verarbeitung im Sinne des Gesetzes vor. Aber sobald man personenbezogene Daten in einen strukturierten Zusammenhang bringt, erzeugt man ein “Dateisystem” (Artikel 4 Abs. 6 DSGVO) und diese unterliegt dem Datenschutz.

Auch der Begriff “Verarbeitung von Daten” wird in  Art 4 Abs.2 DSGVO definiert und umfasst auch nicht-elektronische Verfahren:

“Jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführten Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, den Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung” ist eine Verarbeitung.

Damit ist die “Flucht ins Papier” keine Lösungsansatz, um den ab dem 25. Mai geltenden Regelungen zu entkommen.

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